Der Broholmer


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FCI-Gruppe 2 : Pinscher und Schnauzer u.a. Rassen
  Sektion 2.1 Molosser, Doggenartige Hunde. Ohne Arbeitsprüfung.
Std. Nummer : 315

 Gewicht     Rüde : 50 - 70 kg    Hündinnen : 40 - 60 kg
Widerristhöhe    Rüde : ca 75 cm      Hündinnen : ca 70 cm        
       

Alles ist mächtig an diesem Hund und dabei strahlt der Broholmer eine würdevolle Ruhe aus. Der aus Dänemark stammende Familien- und Wachhund bedarf eines umsichtigen Besitzers, der sich der Größe und Stärke seines Vierbeiners bewusst ist.

Persönlichkeit

Das ruhige Wesen ist eine angenehme Qualität des Broholmers. Zudem ist er gutartig und freundlich. Außer, er sieht seine Familie oder deren Besitz gefährdet. Dann verwandelt sich der liebenswerte Riese in einen unbestechlichen und eindrucksvollen Wachhund. Ein stabiles Selbstvertrauen ist ein wichtiges Zuchtkriterium bei dieser Rasse. Fremden gegenüber verhält sich ein Broholmer auf neutralem Grund gleichgültig bis freundlich. Manchmal sucht er von selbst Kontakt zu ihnen. Doch diese Entscheidung sollte man immer dem Hund überlassen.

Vorlieben, Erziehung und Pflege

Broholmer sind Familienhunde. Nach entsprechender Prägung und Sozialisierung leben sie friedlich in Haushalten mit Kindern und anderen Artgenossen zusammen. Viel Zuwendung und ein enger Anschluss an das menschliche Rudel genießt der in sich ruhende Däne. Besteht dann noch die Möglichkeit, das eigene Gelände - stets aufmerksam, aber ohne Argwohn - zu bewachen, ist der Broholmer zufrieden. Wer willkommen ist, muss der pflichtbewusste Wachhund lernen. Auch, dass er unter Umständen mal andere Hunde auf seinem Gelände antrifft. All das ist eine Frage der Erziehung, die bei dieser zur Sturheit neigenden Rasse viel Geduld und Ruhe erfordert. Druck und Drill sind hier zwecklos. Liebevolle Konsequenz führt eher zum Erfolg. Wobei ein abwechslungsreiches Programm sinnvoll ist. Broholmer sind neugierig und lernen gerne, allerdings schätzen sie nicht allzu viele Wiederholungen. Das pflegeleichte Haarkleid des Broholmers ist kurz und dicht anliegend. Darunter befindet sich dicke Unterwolle. Während des Fellwechsels ist häufiges Bürsten erforderlich. Regelmäßige Ohren- , Zahn- und Krallenpflege sind sinnvoll.

Aussehen

Broholmer sind sehr große Hunde mit viel loser Haut am mächtigen Hals, die an den English Mastiff erinnern. Ihr kräftiges Gebäude mit der mächtigen Vorhand und der tiefen, breiten Brust beeindruckt - wie auch der massive, breite Kopf, der meistens in tiefer Stellung ruht. Bei gesteigerter Aufmerksamkeit hebt der Broholmer den Kopf und auch die normalerweise säbelartig herabhängende Rute. Bei Erregung erhebt sie sich sogar über die Horizontale. Schritt und Trab sind die natürlichen Gangarten der Rasse. Der ruhige Bewegungsablauf ist kraftvoll und erfolgt in gebeugter Haltung. Rüden erreichen eine Größe von circa 75 Zentimeter und bringen 50 bis 70 Kilogramm auf die Waage. Hündinnen sind rund 70 Zentimeter groß und wiegen 40 bis 60 Kilogramm. Als Farbe sind Gelb mit schwarzer  Maske, Gold- Rot und Schwarz zugelassen. Weiße Abzeichen an Brust, Pfoten und Schwanzspitze sind zulässig.

Herkunft

 Dänemark ist die Heimat des Broholmers und dort sind die Hunde dieses Typen seit dem Mittelalter bekannt. Damals setzte man den imposanten Riesen vor allem für die Hirschjagd ein. Später wachte er vorrangig über Bauernhöfe und Landgüter. Eine Reinzucht des Broholmers gibt es seit Ende des 18. Jahrhunderts. Namensgeber der Rasse ist Graf Sehested, der sich auf Schloss Broholm, auf der dänischen Insel Fyn, engagiert für die Broholmer einsetzte. Trotz aller Bemühungen stand die Rasse nach dem Zweiten Weltkrieg vor dem Aus. Das rief eine Gruppe engagierter Rasseliebhaber auf den Plan. die sich dann zur Gesellschaft zur Wiederherstellung der Broholmer Rasse zusammenschlossen. Ziel: in Kooperation mit dem Dänischen Kennel Club die alte Rasse wiederbeleben. Der Broholmer wird von Broholmer Deutschland e. V. betreut. 2016 fielen 46 Welpen - ein Rekord."


Quelle : VDH (2025), Hunderassen/Rasselexikon/Ergebnis/Broholmer, wörtlich übernommen, FCI Rassestandart Std. Nr. 315, 22.9.2000


Was sollte man wissen VOR der Anschaffung eines Broholmers?


So schön und toll es ist, sich einen großen Hund anzuschaffen....
Wir möchten hier einen Denk- und Planungsanstoß geben und euch ein Gefühl vermitteln, was im Laufe eines Broholmerlebens auf die Besitzer finanziell zukommt. 
Es sind circa Angaben, die sich nach Region und Praxis sicherlich unterscheiden. Wir nehmen hier unsere Daten als Grundlage:

Futter z.B hochwertiges Trockenfutter      130 Euro
Obst, Gemüse, Milchprodukte etc.            30 Euro
Kaustangen etc. ( zur Zahnpflege)          50 Euro
 OP Versicherung zu Beginn                     50 Euro 
 sind im Monat                                      260 Euro
  aufs Jahr gesehen                                3120 Euro,
dazu kommen nochmal: 
alle 3 Monate  Entwurmung                   140 Euro
1x im Jahr impfen                                  120 Euro
Hundeschule mind. 1, 5 Jahre                 500 Euro

Zusatzkosten fürs Auto > evt. zu kleines Auto für den großen Hund, Hundebox
Zusatzkosten für Urlaub ( extra Übernachtungs- und Reinigungskosten bei einigen Vermietern...)
Erstausstattung, wer zuvor hundelos war, 
nicht zu vergessen die Tierarztkosten, die KEINE OP beinhalten ( was wir natürlich nicht wünschen!)
Fast alles beläuft sich bei den Medikamenten nach Gewicht des Hundes und da der Broholmer ein großer und schwerer Hund ist, wird sich fast kein Tierarztbesuch unter 
100 Euro belaufen.
Wenn das addiert wird, kommen ganz schnell im Jahr   5000 Euro zusammen. 
In den ersten 5 Jahren sind das schnell        25.000 Euro!!! 
Und der Broholmer kann ganz leicht 10 Jahre und älter werden. Da kommt einiges zusammen in einem Broholmerleben!
Uns wäre es sehr wichtig, dass ihr ALL DIESE Informationen in eure Entscheidung mit einbezieht.

Was ist ein Vermehrer? Was heißt in einer " Schwarzzucht" zu züchten?


Ein Vermehrer ist eine Person, die Hunde verpaart, ohne sich einem Zuchtverein anzuschließen oder sich an die Regeln der Zuchtzulassung zu halten. Außerdem werden die Hunde nicht auf vorgegebenen Rassestandards geprüft und die Verpaarung erfolgt ohne Untersuchung auf genetische Nähe oder Ähnlichkeit. 
Hinzukommt, dass diese Hunde meist keine Ahnentafel besitzen (selbst wenn die Elterntiere Ahnentafeln haben, sind die Nachkommen ohne Papiere). In einer Ahnentafel kann nachvollzogen werden, dass es sich um einen " reinrassigen" z.B. Broholmer handelt wo KEINE andere Rasse in irgendeiner Generation vorweg enthalten ist.
Darüber hinaus existiert kein überwachendes Organ wie der Zuchtwart, der die Zuchtstätte sowie die Wurfabnahme hinsichtlich der Gesundheit der Welpen überprüft.

All diese Dinge sind sehr wichtig, um einen gesunden, typvollen und wesensstarken Broholmer zu züchten.
Um keinem Vermehrer oder Schwarzzüchter ins " Netz" zu gehen, wendet euch an den Zuchtverein Broholmer Deutschland e.V. oder den VDH. Diese Institutionen haben Adressen von anerkannten Züchtern und können euch so in vertrauensvolle Hände leiten.

Bei all der Auflistung der anfallenden Kosten und der typvollen Wesensbeschreibung, möchtet ihr dann nicht auch einen Broholmernachkommen in eure Familie aufnehmen, von einem Broholmerpaar, dass gesundheitlich und vom Wesen her geprüft ist?
Jeder Hund hat ein Recht auf ein schönes , gesundes Leben, ( und es gibt bestimmt ganz viele tolle Mischlinge), aber wo Broholmer drauf steht, sollte doch auch Broholmer drin sein...